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Um die Schwesterngemeinschaft in eine strenge, geschlossene Klosterform überführen zu können, holte der Franziskanerprovinzial 1480 Hilfe bei
dem vorbildlich geführten Klarissenkloster Valduna in Vorarlberg. Die gottbegnadete Äbtissin Ursula Haider (1413 – 1498) nahm den Ruf an und reiste mit einer Gruppe Schwestern nach Villingen, um am
Bickentor ein reformiertes Kloster einzurichten. Bis auf eine verließen die Frauen des dritten franziskanischen Ordens das Haus. Das Klarissenkloster entwickelte sich unter der Führung von Ursula Haider
zu einem Zentrum mystischer Religiosität.
Der bauliche Zustand des Klostergebäudes war allerdings nicht erfreulich. Klein und finster war der Kirchenraum, der 1389 erstmals anlässlich einer
Altarweihe erwähnt wird. Weil die Sorge der ersten Äbtissin vor allem dem Klosterleben galt, begann sie mit dem Bau einer Ringmauer um das Kloster, eines Kreuzganges, eines Krankenstübchen und mit der
Renovierung der Kirche. 1484 konnte sie vier Altäre weihen lassen.
Dreihundert Jahre lang blieb St.Klara am Bickentor eine Stätte religiöser Ausstrahlung. Vom dem reichen Schatz an Kunstwerken, Ablasstafeln,
Handschriften, Predigtbüchern, Paramenten, Bildteppichen und Sakralgeräten blieb nur ein Teil erhalten. Bei der Säkularisierung 1782 wurde vieles von den Kommissaren beschlagnahmt und abtransportiert,
Bücher verbrannt und Kulturgut vernichtet.
nach Hermann Brommer, St.Ursula Villingen, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2002
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